15/05 2009

Eine erfolgreiche Tagung in Berlin!

Gegen kurz nach 18.00 endete unsere 1. deutsch-norwegische Legasthenietagung in Berlin als voller Erfolg. Im bis zum letzten Platz besetzten Auditorium der norwegischen Botschaft hörten sich 115 interessierte Teilnehmer die Vorträge der Referenten aus Norwegen und Deutschland an.



Die Tagung "Erfrischend anders" informierte seitens der norwegischen Referenten über praktische Ansätze, die in Norwegen Legasthenikern und lese- und rechtschreibschwachen Schülern eine aussichtsreiche  Ausbildung und Schullaufbahn ermöglichen.

Nach der offiziellen Eröffnung der Tagung durch den norwegischen Botschafter Sven Erik Svedmann, hielt Professor Ragnar Thygesen einem Vortrag über die mutmaßlichen Ursprünge der Legasthenie und wie weit soziale Einwirkungen diese Diagnose beeinflussen können.



Der Geschäftsführer von LingIT und ehemalige Professor der Computerlinguistik, Torbjørn Nordgård, gab eine Einführung in die Benutzung digitaler und technischer Hilfsmittel für Legastheniker in Norwegen.



Besonders der 16-jährige legasthene Schüler Jonas Olsen (im unteren Bild der zweite von links) überzeugte das Publikum, dass Legasthenie in Norwegen nicht als Ausschluss von vielen Berufen und Ausbildungen betrachtet wird, sondern dass sich durch Anwendung praktisch ausgerichteter Hilfsmittel und Studientechniken die gesetzten Ziele erreichen lassen können.



Die Lehrerin und Sozialpädagogin Lillian A. Dale beleuchtete das Auffangen und Betreuen legasthener, norwegischer Schüler aus der Sicht eines engagierten Lehrers.



Juristin und Expertin für rechtliche Fragen bei Legasthenie und Dyskalkulie, Gabriele Marwege, gab eine kurze, aber prägnante Übersicht über die rechtliche Situation für Legastheniker in den Bundesländern. Abschließend sammelte sie die Fäden der norwegischen Referenten auf und legte offen, welche der norwegischen Ansätze in deutschen Bundesländern zu realisieren sein könnten. Der Freistaat Bayern zeichnete sich hier als zukunftsweisend aus. Doch noch immer ist in Deutschland das Verständnis von Legasthenie als Leistungsdefizit richtungsweisend und nicht - so wie z.B. in Norwegen der Fall - eine Auffassung der Legasthenie als eine Behinderung, die es auszugleichen gilt, so Marwege.




LingIT möchte sich nochmals im Nachhinein bei allen Referenten und Teilnehmern für das Gelingen dieser vielleicht etwas ungewöhnlichen Tagung herzlich bedanken!